Männergesangverein 1824/78

Der Männergesangverein 1842/78 Oberbieber hat eine wechselvolle Geschichte im Wandel der Zeiten erlebt. Auf Initiative des damaligen Lehrers Remagen wurde 1842, noch 20 Jahre vor der Gründung des Deutschen Sängerbundes, der „Oberbieberer Singverein“ gegründet, dessen erster Leiter Lehrer Remagen selbst und dessen Schwiegervater, Lehrer Christian Runkel, waren.


Über 170 Jahre Chorgesang in Oberbieber. Oberbieber zählte damals 830 Einwohner. So steht es in der Chronik des MGV 1842/78 Oberbieber, der 2012 als ältester Gesangverein der Stadt Neuwied und drittältester Chor des Kreis-Chorverbandes Neuwied sein 170-jähriges Bestehen feierte. Mit der Gründung des MGV „Eintracht Oberbieber 1878" gab es neben dem „Oberbieberer Singverein“, der sich 1902 anlässlich seines 60-jährigen Bestehens in MGV Oberbieber umbenannte, bis zum Zweiten Weltkrieg sogar zwei leistungsstarke Männer-Chöre in Oberbieber, die über Jahrzehnte hinweg nicht nur Brudervereine, sondern - beide mit hervorragenden Chorleitern - auch musikalische Konkurrenten waren.


Zu nennen sind beim MGV die Chorleiter Peter Reuther, Fritz Bertram, Christian Rath, Georg Graesse und Musikdirektor Peters, beim MGV Eintracht die Chorleiter Johannes Starke, Jakob Pfeiffer und Ernst Kurz. Nach dem Krieg schlossen sich, wie in vielen anderen Orten, die beiden vorher selbständigen Vereine - die Zeichen der Zeit erkennend - zum MGV 1842/78 Oberbieber zusammen. Der trat in den ersten Nachkriegsjahren mit weit über 100 Sängern überall sehr erfolgreich auf.Der Chor wurde nach dem Krieg über drei Jahrzehnte hinweg musikalisch von Musikdirektor Otto Fischer geprägt, einem „Oberbieberer Eigengewächs“ und herausragenden Chorfachmann. In diese Zeit fallen große Wettstreitserfolge gegen renommierte Chöre aus ganz Deutschland und Erfolge bei Bundes-Leistungssingen, auch der erste Meisterchortitel 1974. Weitere Titel folgten 1979 und 1984.


Nur zwei Chorleiter nach Otto Fischer, 1978 bis 1981 Musikdirektor Adolf Wirz und seit 1981 Kantor Uwe Hürland, bestimmen den musikalischen Weg des MGV Oberbieber nach dem Krieg. Mit jedem der drei Chorleiter gelang die Erringung eines Meisterchor-Titels. Der MGV Oberbieber zählt damit zu den erfolgreichsten Chören des Chorverbandes Rheinland-Pfalz.

 

Zahlreiche Konzerte auf hohem musikalischen Niveau mit namhaften Solisten: Christo Bajew, Kenneth Spencer, Anthea Broberg, Cesare Curzi, Kurt Böhme, Edmund Illerhaus, Maria Tiboldi, Rene Kollo, Joachim Kraus, Girad Rhoden, Johannes Kalpers, Franz-Josef Selig und Chören, sowie Konzertreisen ins Ausland (Schweiz, Italien, Österreich, Frankreich, Tschechien, Schweden und Dänemark) bestätigen den guten Ruf des MGV Oberbieber, der heute noch nahezu 40 aktive Sänger zählt, weit über die Grenzen unseres Heimatraumes hinaus. So wurde vom 7. bis 9. September 2012 dieses besondere Jubiläum gefeiert, beginnend mit einem Chorkonzert mit Chören aus der Region und dem Mandskor 1860 aus Ribe/Dänemark. Dem folgte ein Festabend und abschließend das 28. offene Singen mit vielen befreundeten Chören.

 

Für die zweite Hälfte des Jahres 2013 hatten sich Vorstand und Sänger noch viel vorgenommen. Das 29. offene Singen, das nunmehr seit 1980 zum Abschluss des Kultursommers stattfindet, war am Sonntag, 15. September auf dem Außengelände des Familienbades.

 

Weiterhin waren die Sänger bei dem Konzert mit dem Titel „Oldies aus aller Welt – unerhört!“ am Sonntag, 27. Oktober zu sehen und zu hören. Als Mitwirkende wurden verpflichtet: Männerensemble Unerhört, Peter Uhl – Klavier, Wolfgang Hoff – Gesang und Schlagzeug, Helmut Schmitte – Kontrabass. Die Gesamtleitung hat Kantor Uwe Hürland.

Auch die Werbung neuer Sänger stand ganz oben auf der Agenda, um dem allgemeinen Schwund an Sängern - der auch bei den meisten Männerchören zu vermelden war - entgegen zu treten. Es sollten durch gezielte Maßnahmen neue und auch „alte“ Sänger geworben werden. Um auch jüngere Sänger für den Chorgesang zu interessieren, wurde neue bzw. moderne Chorliteratur ins Programm genommen, die bei dem Konzert am 27. Oktober zu hören war.

 

Daher der Chor auch in seinen Broschüren: „Wir brauchen Ihre Stimme. Kommt, singt mit uns im Chor!“